Fernweh

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Standort: Skövde, Sweden

Donnerstag, August 31, 2006

Heute hatte ich zum ersten Mal den Schwedisch Kurs. Wie erwartet haben wir aber bisher nicht mehr gemacht als die verschiedenen Gruppen einzuteilen. Die Dozentin war so klug, die Teilnehmerlisten einfach im Hörsaal auszulegen, damit jeder hingehen und sich eintragen kann. Was bei 150 Leuten natürlich nicht so einfach ist. Wir haben beschlossen, dass wir in Gruppe D wollen, weil sie für uns zeitlich am besten gelegen ist. Also hab ich mich dazu durchgekämpft und sie an mich gerissen. Die Gruppe D besteht jetzt aus folgenden Teilnehmern: Maike, Basti, Philipp, Johannes und ich und 15 Spanier. Genau das, was ich verhindern wollte! Es gibt jetzt zwei Möglichkeiten: Entweder der Kurs wird total furchtbar, weil die Spanier nichts verstehen und wir alles extra langsam machen müssen oder der Kurs wird total super, weil die Spanier nur da sitzen und glotzen, weil sie nichts verstehen und wir praktisch Unterricht zu fünft haben. Ich fürchte aber leider ersteres.

Gestern waren wir auf der "Rock Party" im Boulogner. Hat sich als doch eher nicht so gut heraus gestellt, aber wir haben nicht so viel erwartet. Boulogner eben. Der DJ hatte nur irgendwie fünf CDs und seine LieblingsCD war "Best of die 80s" vermutlich. Aber immerhin Gitarren und kein 90iger Techno.


Anne findet's okay.


Maike und ich mal wieder. Und sie haben nicht die Hives gespielt.


Patrick macht das Beste draus.

Und heute Morgen um zehn dann wieder "Evolutionary Psychology". Glücklichweise ist der Kurs interessant und heute wars (trotz Englisch) auch nicht so schwer. Sonst wär ich vermutlich eingeschlafen. Nachher hab ich noch zum ersten Mal den Schwedisch Kurs. Dann reicht es aber auch für heute.

Dienstag, August 29, 2006

Heute war der erste Unitag und vermutlich genau deswegen auch der erste sonnige Tag seit ihr hier bin (war ja klar, nachdem Maike und ich uns gestern wetterfeste Sachen für den Herbst gekauft haben).
Heute hatte ich also vier Stungen lang "Introduction to Evolutionary Psychology" und das wird auch die nächsten zwei Wochen jeden Tag so weiter gehen und dann kommt schon die Klausur. Der Kurs war eigentlich ganz cool, wenn auch etwas schwer zu folgen, weil es halt auf Englisch war und die Dozentin (die Kurse gibt, weil sie gerade ihre Doktorarbeit schreibt... das erinnert mich an zu Hause und macht mich wehmütig) recht schnell gesprochen hat. Aber ich denke, ich hab es trotzdem halbwegs verstanden. Eigentlich muss die Klausur nicht bestehen, aber ich hab mir trotzdem mal vorgenommen, schön mit zu arbeiten. Das nehm ich mir allerdings zu Hause auch jedes Semester vor und mach es dann doch nie. Aber hier hab ich wenigstens etwas, worauf ich hin arbeite. Es nicht alles für nichts. Das finde ich doch etwas dumm am Magisterstudiengang. Eigentlich liebe ich ja, aber man weiß einfach nie, wofür man lernen sollte. Vielleicht sollte es doch immer irgendeine Art von Abprüfung am Ende geben. Nicht, dass ich finde, dass man sich in jedem Kurs voll reinhängen soll, da finde ich das Hausarbeiten- oder Richtige-Klausuren-Schreiben-System schon ganz gut, aber dass man zumindest die Motivation hat, in der Vorlesung zu zu hören und nicht nur zu schlafen. Es muss doch irgendein Mittelding zwischen den Magister- und den Bachelorregeln geben. Aber vielleicht kann ich mir ja hier antrainieren auch für nichts zu lernen und es dann zu Hause beibehalten.
Heute Abend kommen wohl endlich meine Eltern. Juhu!

Montag, August 28, 2006

Schwedisches Essen ist eigentlich ganz schön pervers, wenn man drüber nachdenkt. Ich habe eben Fleischbällchen mit Erdbeer-Rhababer-Marmelade gegessenn... Aber es hat geschmeckt.

Ansonsten geht im Moment nicht viel. War heute Morgen mit Basti in der Uni und hab mir einen Mantel bei H&M gekauft (Schande über mein Haupt, aber der Alte war auch schon drei Jahre alt). Ich hab einen Laden entdeckt mit richtig geilen Klamotten, der auch noch billig war. Aber ich bin wieder raus gegangen, bevor ich was kaufen konnte.

Ich hab übrigens mitbekommen, dass doch mehr meinen Blog lesen, als ich gedacht habe. Hinterlasst mir doch mal Kommentare!

Sonntag, August 27, 2006

Vorab: Ich hab gestern die geilste Raupe aller Zeiten gesehen:



Gestern hats (natürlich) wieder geregnet und deswegen war die Stimmung wieder etwas bedrückt. Ich war dann mit Maike auf dem Matfestivalen, aber wir sind nur ein bisschen drüber gelaufen. Wir waren an einem Zelt, an dem eine Tanzgruppe aufgeführt hat, die so im Schnitt 13 gewesen sein sollten. Und die waren natürlich wieder aufgestylt ohne Ende und haben in bester Marnier schöne Nuttentänze hingelegt, die okay gewesen wären, wenn sie über 18 wären, aber das waren sie nun mal nicht. Die eine hatte sogar Atomtitten. Irgendwas stimmt mit diesem Land nicht.

Abends bin ich dann rüber ins Xenia gefahren und wir haben da ein bisschen Preparty gemacht, bzw. wir haben dumm rumgesessen und getrunken und gewartet. Dann gabs Beach Party im, drei Mal dürft ihr raten... ja, richtig... und es war... ja, ihr wisst es ja schon. Obwohl dieses Mal war es sogar ein wenig lustig. An dem einen Dancefloor wurde zwar auch nur Elektro gespielt, aber Sachen wie Prodigy, die man wenigstens kennt und die noch ganz okay sind. Unten haben nachher wohl die schwedischen Scooter gespielt. Ich bin geflüchtet, weil es unglaublich laut war und hab lieber an der Bar abgehangen. Aber alle zehn Minuten kam Dirk angerannt und gerufen "Das müsst ihr euch angucken!!! Das müsst ihr euch angucken!!!" Ich weiß nicht so recht, welche Gehirnwäsche da vor sich gegangen ist.
Als um zwei die Schotten dicht gemacht wurden, bin ich noch mit ins Xenia. Nicht, weil ich wirklich noch Lust darauf gehabt hätte, sondern weil keiner nach Hause gelaufen ist. Außerdem musste die arme Maike auch mal wieder im Xenia schlafen, weil Isi es geschafft hat, dass sie den Bus verpasst haben. Im Xenia ging dann nicht mehr wirklich was. Alle saßen nur noch müde rum. Und ich hab dann noch bis vier "Party gemacht", in dem ich auf die Hasslumjungs gewartet hab. Schließlich bin ich dann mit Bernd, Johannes und Thomas nach Hause gelaufen.


Seifenblasen!


Die schwedischen Scooter oder so. Schrecklich auf jeden Fall.


Bernd und ich.


Basti und sein bester Freund.


Sieht aus wie Cola. Ist es auch, aber mit Jägermeister gewürzt.


Isi und ich im Fahrstuhl.

Freitag, August 25, 2006

Gestern Abend hab ich einfach mal ignoriert, dass ich krank bin und bin mit den anderen ins Boulogner gegangen. Da war nämlich Karaoke-Abend. Und zu meiner Erleichterung hat sich ergeben, dass die Schweden doch ganz lustig sind und nur verstecken, dass sie auch andere Musik kennen als 90iger Jahre Techno und schwedische Schlager. Es wurden Lieder gesungen von Britney Spears, den Backstreet Boys (ganz ehrlich, ich hab fast erwartet, dass man normale Popmusik hier nicht kennt) und sogar Pulp! Und sie waren dabei sogar lustig!
Unsere Leute haben natürlich auch wieder eifrig mitgemischt und es war doch recht unterhaltsam.


You're the one that I want!
Schweden können doch lustig sein.


Maike sagt uns, dass sie Spaß hat.


Basti und Eva singen "I will survive"


Pulp!


Michel und Eva singen "Hey Jude" und Michel hat sich dabei richtig ins Zeug gelegt

Donnerstag, August 24, 2006

Grad hab ich mit Neita und Bernd gekocht (naja, mein Anteil daran war, dass ich die Tomaten gewaschen hab). Gegessen wurde im Kerzenlicht, weil das Licht im "Speiseraum" ausgefallen ist. Fast wie Weihnachten.


Es regnet und regnet und regnet... Schon wieder bis zu den Knien nass gewordne... es ist deprimierend. Maike hatte die Idee, dass man sich Gummistiefel kaufen könnte, aber ich hab keine für Erwachsene gefunden. Meine Sachen sind auch schon wieder alle klatschnass. Super natürlich für die Kamera. Wenigstens hab ich mir eine Parkkarte geholt, dann kann ich demnächst zur Uni fahren.

Wir waren heute Morgen bei Kajsa und wollten unser Learning Agreement abzeichnen lassen. Aber dann meinte sie, dass der Monstersprachkurs plus zwei andere Kurse zu viel wäre und deswegen mussten wir wieder alles umschmeißen und haben jetzt wieder in etwa den Stundenplan vom Anfang. Außerdem weiß niemand so recht, was wir jetzt noch alles nach Siegen schicken müssen. Das Wichtigste ist wohl erstmal, dass ich meinen Antrag für das Urlaubssemester nach Hause schicke, sonst werd ich exmatrikuliert. Alles andere ist nur für das Geld vom AAA. Wäre auch blöd, wenn ich das nicht kriege, aber es wäre weniger schlimm als eine Exmatrikulation.

In die Stadt gehen ist übrigens auch grad deprimierend. All die Schwedinnen sind zwar nicht unbedingt hübsch, aber wahnsinnig stilvoll angezogen und man bekommt den Druck, sich auch so zu kleiden. Leider habe ich nicht das Geld mir ein T-Shirt für fünfzig Euro zu kaufen, also wird daraus nichts.

Ich bin krank und häng nur benebelt rum. Hab gestern sogar die "Pretty in pink"-Party sausen lassen. Gleich bin ich mit Maike an der Uni verabredet, weil wir noch so viel regeln müssen. Heute Abend ist Karaoke, mal sehen, ob ich bis dahin wieder fit bin.

Dienstag, August 22, 2006

Gestern Morgen hatten wir einige recht uninteressante Vorträge über die Tourismus hier in der Gegend und solchen Kram. Dann haben sich noch die Studentenvereinigungn vorgestellt (man erkennt jede Gruppe an ihren bunten Overalls...) und wir haben eine Karte bekommen, mit der wir in den nächsten Wochen auf alle Uniparties für umsonst kommen. Das hat schon was für sich. Aber jetzt müssen wir noch mehr Kram zur Party mitschleppen.


Maikes Gesichtsausdruck spiegelt exakt wieder, wie interessant dieser Vortrag gerade ist.

Gestern Abend war also wieder Party im Unihaus Boulogner. Das ist gammelige Villa gegenüber von der Uni, die jetzt ein Club ist. Erstmal mussten wir ewig anstehen, aber dann sind wir tatsächlich reingekommen. Wir konnten es kaum glauben. Im Großen und Ganzen hat der Abend wieder das gezeigt, was wir schon wussten: Schweden haben eine komische Art zu feiern. Erstmal sehen sie ziemlich komisch aus und dann ist auch noch die Musik grässlich! Der erste Dancefloor den wir gefunden haben, hat nur Techno gespielt, was zumindest den Holländern gefallen hat. Dann haben wir noch einen größeren Raum gefunden, in dem R'n'B gespielt wurde. Immer noch schrecklich, aber immerhin tanzbar. Ich wusste nicht, dass man mit "Macarena" (ehrlich!) so viel Spaß haben kann. Wir erwarten sehnsüchtig die Eröffnung des Rockclubs.


Dan (USA) und Dirk (Trier)


Bernd (Bayern) und ich


Wenn ihr mal wissen wolltet, wie Engländer aussehen: wie australische Surfer (links). Rechts: Eric (Holland)


Diese Leute sind wohl sowas wie die Unimafia, die aber leider keiner Ernst nimmt. Unsere Leute am allerwenigsten.


Kate (Polen) hat grad erfahren, dass es nicht gut ist, wenn man blau macht und sie jetzt die Freie-Eintritts-Karte nicht bekommen hat.


Maike und ich


"I... I'm pregnant... and it's yours!"


Die spinnen, die Schweden!

Sonntag, August 20, 2006

Nach dem Reinfall gestern wollten wir heute mal ein wenig die nähere Umgebung erkunden und zum Vätternsee fahren. Maike rief mich dann an, dass sie und Isi mit dem Bus nach Jönköping führen und wir dann einfach zum See kommen sollten. Ich hab Philipp (Essen) am Bahnhof aufgelesen und wir sind losgefahren. Und haben uns dabei schon gewundert, dass es bis Jönköping fast 90km sind, obwohl der See doch eigentlich so nah ist. "Naja, was die Mädchen sich halt wieder denken," sagten wir uns und sind einfach hin gefahren. In Jönköping war es dann nicht so einfach den See zu finden (obwohl der riesig ist, vier Mal so groß wie der Bodensee wohl etwa). Schließlich standen wir am Ufer und haben die Mädchen angerufen und gefragt, wo sie denn sein. Nach kurzer Verwirrung stellte sich raus, dass sie in irgendeinem anderen Köping waren... am Vänernsee...
Nun gut. Philipp und ich haben dann einfach entschlossen, das Beste draus zu machen und uns Jönköping angeschaut. Wir waren erst bei Ikea (wo ich eine Duftkerze für mein Bad gekauft habe), dann bei McD und dann in der Innenstadt. Die Stadt selber ist nicht so prickelnd, aber es ist nett am Ufer entlang zu laufen.
Danach sind wir am See entlang zurück nach Skövde (was man übrigens "Chöfde" ausspricht) gefahren und haben dabei noch in Hjo (sprich "Jo") gehalten. Ein winziges Städtchen, das genauso ist, wie man sich Schweden vorstellt. Ich hab wirklich nach der Villa Kunterbunt Ausschau gehalten.
Alles in allem war es etwas dumm, dass wir 200km gefahren sind, aber doch mal schön die Umgebung zu sehen. Und die Landschaft hier ist Wahnsinn. Nur Skövde liegt irgendwie in einem Kessel, bedeckt von Wolken und Industriesmog.


So wie man sich schwedische Häuser vorstellt (Hjo).


Leuchtturm und Idylle in Hjo.


In Schweden fahren lauter fette Oldtimer rum. Ich glaub, ich bring mir einen mit.


Ein typisches Postkartenphoto vom Jönköpinger Rathaus.


Eine Brücke in Jönköping für Jens.


Der Vättern von Jönköping aus gesehen.

Das war echt mal ein blöder Tag. Den ganzen Nachmittag hab ich mich total gelangweilt und hatte nichts zu tun. Dann kamen um sechs endlich Maike und Isi und wir wollten zusammen auf die Party. War dann auch besser drauf und dachte, dass es bestimmt ganz lustig wird. Wir kamen dann also bei dem Studentenhaus an und dann haben die uns nicht reingelassen, weil Maike den Beleg nicht mithatte, dass sie die Student Union Fee bezahlt hat. Eine beknackte Gebühr über 30 Kronen (ungefähr 3 Euro). Also bitte. Wenn man hier feiern gehen will, muss man seinen Ausweis vorzeigen (nicht wegen dem Alter, sondern um zu beweisen, dass man man selbst ist) und seine Studentcard, bzw. halt diesen Beleg, weil wir unsere Studentcard erst in über einen Monat kriegen werden. Wir haben dann versucht zu erklären, dass uns niemand gesagt hat, dass wir diesen Wisch brauchen und Maike total weit weg wohnt und ihn nicht holen kann. Sie wollte sogar ihren deutschen Studentenausweis vorzeigen, weil es ja nur darum geht, dass man Student sein muss, weil irgendeine "alcohol law" vorschreibt, dass nur Studenten rein dürfen (oder Gäste, wenn man sie vorher online anmeldet). Hat alles nichts gebracht. Soweit wir das gesehen haben, hatten die sogar eine Liste da, wo vermutlich alle Leute, die diese Gebühr bezahlt haben, drin stehen. Aber einfach da rein zu gucken wäre ja gegen die Regeln gewesen. Also echt: da heißt es, wir Deutschen wären überbürokratisch. Gegen die Schweden sind wir nichts. Für alles braucht man irgendwelche Formulare und irgendwelche Scheine mit denen man dann andere Scheine bekommt, für die man dann vielleicht irgendwann (so in sechs bis acht Wochen vermutlich) irgendeine Karte bekommt. Das ist einfach mal super nervig. Und dass man sogar zig Sachen vorzeigen muss, damit man eine Party besuchen kann, die um zwei schon wieder vorbei sein muss, ist echt mal der Hammer.
Wir sind dann also total angepisst zum Xenia gelaufen, um da unsere eigene Party zu starten. Haben unterwegs Philipp aufgegabelt, der auch nicht rein gekommen ist. Im Xenia haben wir dann noch ein paar Leute beim vorglühen getroffen, die aber nicht weiter mit uns feiern wollten und dann gegangen sind. Also bestand unsere Alternativparty aus fünf Leuten und einer Diskussion über Vorurteile.
Jetzt bin ich müde und geh ins Bett. Hab weiter Heimweh. Wochenenden sind in Deutschland besser. Ich überlege mir noch, ob ich ernsthaft in Betracht ziehe dauerhaft in Schweden zu leben so lange ich noch unter vierzig bin.

Samstag, August 19, 2006

An so Tagen wie heute, an denen es regnet und nichts wirklich passiert, da kommt das Heimweh zurück. Ich war deswegen schon wieder in der Stadt und hab eingekauft. Unterwäsche natürlich. Als ob es hier jemanden gäbe, den meine Unterwäsche interessiert. Dabei wäre ich noch fast im H&M eingeschlossen worden.
Es ist noch so lange bis Weihnachten.

Mir ist langweilig. Die Mädchen aus Brunsbo wollten kommen, aber entweder brauchen sie länger, als ich gedacht habe oder sie kommen doch nicht. Hier im Haus ist es total still und im ICQ ist sowieso nie nie nie jemand online. Wo sind nur alle immer?

Die Sonnenblume, die die WG mir geschenkt hat, hat eben Selbstmord begangen. Ich komm in mein Zimmer und seh sie vom Fensterbrett springen. Ehrlich! Ich hab versucht alles wieder in die Dose zu stopfen und vielleicht wächst sie jetzt weiter.

Heute wars nicht besonders aufregend. Wir wollten im Billingen Hotel zum All-you-can-eat, aber das fängt erst im September an. Also waren wir in irgendeiner Dönderbude.
Eben hab ich mit den Jungs hier gepokert. Also fast wie zu Hause. Aber halt nur fast.

Freitag, August 18, 2006

Heute war der erste schöne Tag seit ich hier bin. Hänge grad auf der Terasse vom Haus an. Pasta, Bier und Fußball, was will man mehr...
Warte weiter auf mehr News von zu Hause. Schreibt mir!

Donnerstag, August 17, 2006

Gestern Abend hab ich genüsslich geschlafen, geduscht und gegessen und bin dann zum Xenia gelaufen wegen der Party. Da hab ich erstmal die anderen im Partykeller getroffen. Wir saßen dann mit etwa acht Deutschen und ebenso vielen Polen zusammen und hatten Diskussionen über Vodka. Polen trinken ihn nämlich am liebsten pur. Dann sind wir zusammen zur Uni gelaufen, wo wir mit den Hostpersons zusammen zu einem schwedischen Wohnheim gegangen sind. Die haben wohl extra im zehnten Stock ein Appartment angemietet, damit wir feiern können. Das Ganze war aber eher etwas lahm, weil man uns nicht gesagt hat, dass wir unseren eigenen Alkohol mitbringen mussten. Die meisten Jungs sind sowieso gleich zum Fernseher gestürzt, weil Deutschland gegen Schweden gespielt hat. Ich hab Elina (Finnin) wieder getroffen und ein wenig mit ihr abgehangen. Schließlich haben wir uns mit den Jungs abgesprochen und ausgemacht zurück zum Xenia gegeben (an Steffen und Ela: ich hab jetzt die Nummer von Gary, der eigentlich Dan heißt und genauso aussieht wie Steffen, nur damit ihr's wisst!). Elina, Maike, Anne und ich sind in eine Tankstelle und haben Bier gekauft (halbwegs bezahlbar) und sind also zum Xenia. Da waren dann die Jungs aus Trier und Dan, die meinten, dass wir jetzt alle wieder zurück gehen, weil die anderen noch in einen Club wollen. Wir also alle wieder zurück. Die Party war jetzt lustiger. Ich hab mich mit den Spaniern unterhalten, aber die können kein Englisch.
Dann nach dem Spiel war Aufbruch und wir sind in die Innenstadt gelaufen, um in einen Club zu gehen. Die Leute, mit denen ich rumgehangen hab und ich, wir wollten eigentlich nur gucken, wo der ist, weil man sagte, dass es 60 Kronen Eintritt kostet und das war uns zu viel für einen Mittwoch Abend, wenn die Clubs angeblich nur bis eins geöffnet haben. Die schwedischen Hostmädchen haben aber dann irgendwie die Türsteher bestochen und so sind wir umsonst reingegucken. Ich kann sagen: entweder das war ein blöder Club oder die Partykultur in Schweden ist seltsam. Es war in etwa wie das Gaudimax nur mit erträglicher Dekoration. Die Musik bestand jedenfalls hauptsächlich aus 80iger Hits als Technoremix. Grauenhaft! Die Schweden waren dafür sehr gelassen und haben größtenteils nur so für sich ein wenig getanzt. Wir waren zwar nicht so richtig begeistert, aber es war trotzdem ganz lustig. Zumindest die Holländer und die Griechen haben sich gefreut und wir haben einfach etwas mitgetanzt. Aber um eins war ich müde und bin dann mit Bernd (Bayern) und Renata (Litauen) zurück nach Hasslum gelaufen.

Heute war alles etwas unspektakulär. Nichts zu erzählen. Wir waren ziemlich müde.

Hier noch ein paar Fotos von gestern:


Die Innenstadt hat einen Platz, der so groß ist wie Siegen. Naja, nicht ganz, aber es ist auf jeden Fall ziemlich hübsch.


I'm ready to party!


Das Billingen Hotel. Ich war noch nicht drin, aber es ist hübsch und freitags gibt es wohl immer etwas, dass sich "After work" nennt: all-you-can-eat für 50 Kronen. Das werden wir sicher morgen ausnutzen.


Hier ist alles so unglaublich grün. Überall sind Parks oder große Gärten. Das ist wahnsinn.

Mittwoch, August 16, 2006

Heute Morgen haben Maike und ich erstmal unsere gesamten Stundenpläne gekippt. Der Grund dafür ist, dass unser Kurse fast alle erst im Oktober anfangen, was für die nächsten zwei Monate ziemlich langweilig ist. Man muss wissen, dass die Schweden keine Stundenpläne wie wir Deutschen haben. Das Semester ist hier geteilt in zwei Blöcke von je etwa 10 Wochen, in denen Kurse stattfinden. Und dann auch nicht an einem bestimmten Tag zu einer bestimmten Uhrzeit, sondern einfach irgendwann. Das heißt, es ist fast unmöglich zu gucken, ob sich Kurse überschneiden. Maike und ich wollen jetzt jedenfalls den Monster-Sprachkurs machen, der die gesamte Semesterstundenzahl ausfüllt. Begleitend dazu im ersten Block noch "Evolutionary Psychology" und im zweiten "Intercultural Studies". Das Problem ist, dass der Dozent wohl keine Lust auf den Kurs hat und wir jetzt gar nicht mehr wissen, was wir hier eigentlich studieren werden. Wir haben erstmal Basti überredet, sich auch für den Kurs einzutragen. Desto mehr, desto eher findet er vielleicht statt.
Danach gab es eine Campustour, die aber überdeckt wurde vom kalten Wetter und unserem Magenknurren. So bald wir konnten, sind wir dann los und haben uns was zu essen besorgt. Schließlich waren wir mit vier Deutschen und Gary, der Amerikaner, der eigentlich Dan heißt und aussieht wie Steffen (also nicht mein Bruder, sondern der andere) im "Två rum och kök", eine süße Pizzeria gegenüber vom Campus. Wer sagt, dass Schweden teuer ist, der hat nur bedingt recht, denn wenn man es geschickt anstellt, dann kann man ordentlich Geld sparen. Heute haben wir für eine riesige Pizza, plus Salat von der Salattheke (das heißt all-you-can-eat), ein Getränk plus Kaffee/Tee (all-you-can-drink) 68 Kronen bezahlt, das sind ungefähr sieben bis acht Euro. Ich finde, das ist durchaus günstig.
Dann hatten wir unseren ersten Kurs, der begleitend zur Einführung stattfindet und uns ein bisschen was über die schwedische Kultur erzählen soll. Haben stattdessen den schwedischen Film "Så som i himmelen" (deutscher Titel: "Wie im Himmel") geguckt. Ein netter Film und gute Entspannung.
Dann bin ich noch schnell in die Stadt. Hab in ein paar Geschäfte geguckt auf dem Weg zum Supermarkt. Schweden wir als Shoppingland wirklich unterschätzt. Die Sache ist die: Die meisten Schwedinnen sehen wirklich gut aus (und sind blond, wenn nicht echt, dann so hell wie möglich blondiert), was daran liegen könnte, dass sie alle ziemliche Püppchen sind. Nicht so tussig wie die deutschen Püppchen, aber äußerst gewählt und stilvoll gekleidet. Was zur Folge hat, dass sogar ein Nest wie Skövde unglaubliche Shoppingmöglichkeiten bietet. Der Nachteil: Das sind alles Läden, die ich nicht bezahlen kann.
Ich war also schnell im "Willy's", einem Supermarkt, den man sich auch als Deutscher leisten kann, und hab mich dann auf dem Weg nach Hause gemacht (ungefähr eine halbe Stunde zu Fuß). Das Problem an Schweden ist, dass das Wetter ziemlich seltsam ist. Man geht aus dem Haus und es herrscht strahlender Sonnenschein und dann plötzlich zehn Minuten später regnet es. Und wenn es ein Mal regnet, dann regnet es richtig. Und so war es heute. Ich schwamm praktisch in meinen Schuhe, als ich nach Hause kam. Aber das ist okay. Ein Grund mehr, dass ich jetzt schlafen gehe und danach dusche.
Heute Abend gibts sowas wie eine Kennenlernparty. Werde dann nachher zum Xenia laufen und die anderen treffen.
Ich habe immer noch das Gefühl, hier auf einer riesigen Klassenfahrt zu sein. Manchmal vergess ich sogar, dass wir in Schweden sind, weil es genauso regnet wie zu Hause und bei den Exchange Students sowieso jeder zweite deutsch redet. Man kann froh sein, wenn in einer Gruppe ein oder zwei Ausländer sind und die Deutschen so höflich sind und englisch reden (was nicht unbedingt der Fall ist, die Deutschen sind wirklich sehr unhöflich und scheren sich nicht darum, ob einer dabei ist, der sie nicht versteht). Ich hoffe, dass ich heute Abend noch ein paar mehr Nationen treffe. Immerhin kenne ich jetzt schon Schweden, Finnen, Holländer, Türken und Amerikaner. Vielleicht auch mehr, aber das hab ich vergessen.

Dienstag, August 15, 2006


Das andere Wohnheim. Ich mag meins mehr, aber das hier hat eine eigene Tankstelle.


In Schweden kann man super Schuhe kaufen *hust*


Nochmal die Uni.


Kirchen sind in Schweden etwas moderner als in Deutschland.


Und noch Mal die Uni...


Hab ich schon ein Bild von der Uni gezeigt?


Mein "Schulweg".


Uni, ach, ich bin so neidsch.


Häschen im Unipark.


Papa wird es hier lieben!


Ich auf dem Weg zu meinem ersten Schultag.

Die spinnen doch alle hier... Die Polinen haben irgendwie ihre ganze Familie mitgebracht und die Mütter räumen das Haus um und schleppen die ganze Zeit Tische, Stühle und Kinder durch die Gegend. Und Tys, der Holländer, bringt uns eine ganze Pfanne Hackbällchen. Die aber unheimlich lecker waren!
Das Wetter ist komisch hier. Entweder es ist strahlender Sonnenschein oder es regnet wie aus Eimern.
Übrings war der zweite Vortrag heute Morgen darüber, wie es ist, wenn man Alkoholiker ist. Ich hab gelernt, dass sich alle Schweden (trotz Alkoholpreisen) zu Tode saufen.
Ach, und ich bin mitten in die Erasmusfalle getappt. Vor allem sprech ich zu viel deutsch. Das muss sich wieder ändern.

Heute hatte ich meinen ersten Schultag. War eine ziemliche anstrengende Einführung, aber Einführungen sind immer erdrückend vor lauter Informationen. Meine ganzen Kurse fangen auch irgendwie fast alle erst Oktober oder November an. Das ist etwas seltsam. Dafür hab ich mich mit einer Finnin angefreundet und gleich Nummern getauscht. Es läuft, es läuft.
Grad sitze ich allerdings mit den ganzen Siegenern in meiner Küche, weil die in ihrem Wohnheim kein Internet haben. So wirds laufen: Tagsüber sind alle hier und nachts Party im Xenia.
Später gibts noch ein paar Fotos.

Montag, August 14, 2006

Es läuft besser als erwartet! Ich kann die Leute hier nicht mit Vodka, sondern mit Knäckebrot bestechen! Ich habe heute erst einem südafrikanischem Holländer und dann noch einem türkischen Mädchen was zu essen gegeben. Und dann hab ich der Türkin auch noch das W-Lan aktiviert. Man, bin ich gut!

Ich war heute in der Innenstadt und hab da mit Bernd, dem Bayern, und den zwei Holländern abgehangen. Ich muss langsam mal weibliche Bekanntschaft machen, ich hänge mal wieder nur mit Jungs rum.
Die Stadt ist jedenfalls recht hübsch. Nette Häuser und es gibt einen Platz mit einem Brunnen. Außerdem gibts ein Einkaufszentrum. Die Geschäfte sind gut, ich glaub, man kann hier ganz gut einkaufen. H&M ist jedenfalls genauso teuer wie zu Hause und hat noch dazu eine super Kosmetikabteilung! Die anderen Kleidungsgeschäfte hab ich mir noch nicht angeguckt, weil ich auf der Suche nach einem Supermarkt war. Lebensmittel sind schon teuer, aber noch bezahlbar, denk ich. Man muss halt ein bisschen auf den Preis gucken. Zum Mittagessen gabs jedenfalls direkt mal Köttbullar mit Reis und viel viel Ketchup. Eigentlich mag ich kein Ketchup, aber ich kann keine anderen Soßen. Werde wohl viel Ketchup essen die nächsten Wochen.
Morgen fängt die Einführung an. Ich freu mich drauf. Zwei Tage waren genug zum rumhängen und die Gegend angucken. Ich will beschäftigt werden.

Sonntag, August 13, 2006

Ich habe mich heute im Haus ein wenig umgesehen und bin dabei dem Geräusch eines Fernsehers gefolgt. Habe dann ein Wohnzimmer gefunden, in dem der erste Mensch saß, den ich hier getroffen habe. Meine erste Bekanntschaft ist also ein kroatischer Schwede, mit dem ich mich sofort eine Weile unterhalten habe über alle möglichen Dinge. Mein Englisch hat mich nicht im Stich gelassen, hallelujah! Dann kam später ein Holländer hinzu, der wohl heute angekommen ist. Neben mir wohnen ein oder zwei polnische Mädchen, die etwas verschüchtert geguckt, aber nett gelächelt haben. In der Küche hab ich dann noch eine winzige Schwedin getroffen, mit der ich zwar ein paar Sprachprobleme hatte, aber wenn wir uns treffen, lächelt sich mich freundlich an, also hab ich wohl nicht den schlechtesten Eindruck gemacht. Irgendwo im Gang wohnt noch ein Deutscher, den hab ich aber nur im gebrochenem Englisch stammeln hören. Alles in allem füllt es sich hier und mein Heimweh wird besser. Es tut gut, mit jemandem reden zu können.
Eben bin ich mal in die Stadt gelaufen. Bis zur Uni ist es nicht weit, dafür läuft man die meiste Zeit durch dieses ätzende Industriegebiet. Der Park von der Uni ist ziemlich geil. Da stehen unter anderem Apfelbäume rum und ein Hase hoppelt durch die Gegend. Überhaupt scheint es hier normal zu sein, dass Hasen in Gärten leben. Ich hab heute zwei Hasen einfach so rumhoppeln gesehen. Also ich meine richtige Hasen, keine kleinen Kaninchen. Welche wie man sonst mal in Deutschland sieht, wenn man morgens im Bus durch die Wallachei fährt. Ich finde das sehr verblüffend.

Ach und außerdem hab ich mir heute Skype installiert. Wer mit mir telefonieren möchte, melde sich bitte.

Ein erster Eindruck von Schweden. Mein Zimmer mit meiner Heimwehwand, meine Aussicht, die lange nicht so gut wie in Siegen, aber trotzdem okay ist (naja, wenn man sich in Siegen weit aus dem Fenster lehnt, sieht man einen Kirchturm... hier einen Industrieschornstein), mein Bad, die Küche un der Flur.