Fernweh

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Standort: Skövde, Sweden

Sonntag, November 26, 2006

Nachdem wir gestern unsicher waren, ob wir überhaupt weg gehen, haben meine Flasche Vodka-O und ich dann einfach mal die Isi im Xenia getroffen. Hey, was ist denn ein Samstagabend ohne weg gehen (außer natürlich, man ist krank, aber das waren wir nicht)? Irgendwann haben wir uns dann vor der Tür mit John getroffen, der uns gesagt hat, dass im Zimmer 503 die Party steigt. Wir sind dann also in Kates Zimmer gelandet, wo aber nur gemeinschaftliches Rumhängen war und schließlich sind wir zusammen in die Stadt gelaufen. Der Plan war wie jede Woche: Bogrens. Und wie jede Woche standen wir um zwanzig nach elf ganz am Ende der langen Schlange und wir wussten genau, dass wir es nie bis halb zwölf rein schaffen würden (halb zwölf = 120 Kronen = 12 Euro Eintritt). Also ging's wie immer ins Vatra. Was soll ich sagen? Vatra halt... Die Musik war öde, aber das bin ich ja jetzt gewöhnt. Ich schätze, es wird das letzte Mal gewesen sein, dass wir da waren.
Um zwei gingen dann wie immer die Lichter an und wir haben uns durch die Gaderobenschlange geschoben und vor der Tür gewartet, dass die ganze Truppe wieder beisammen ist. Wie immer ist man natürlich wieder auf die Leute gestoßen, die es ins Bogrens geschafft haben, da das Bogrens ja genau gegenüber ist und natürlich auch um zwei zu macht. Isi und ich sind dann irgendwie auf Basti und Manolo gestoßen mit denen wir dann zusammen zurück ins Xenia gelaufen sind. Ich habe mich mit Manolo unterhalten, der erste Mensch, der auf meinen Namen mit "Ah, wie die Stadt in Griechenland!" reagiert. Naja, außer den Griechen vielleicht... Außerdem hat er mir sein ganzes Repertoir an deutschen Sätzen erläutert, das im wesentlichen aus "Isch libbe disch" und allen möglichen Variationen an Scheiße-Sätzen besteht. Damit hat er immerhin öffentlichkeitstauglichere Sätze drauf als Dan. Ich hab ihm noch ein paar Sachen beigebracht, die er vielleicht gebrauchen könnte, aber das hat er vermutlich wieder vergessen.
Im Xenia sind wir dann natürlich alle wieder im Basement gelandert. Naja, was heißt "alle"... Wir und eine handvoll Spanier sind im Basement gelandet, demnach war dann auch nicht so viel los und ich bin irgendwann um halb vier oder vier mit Johannes zusammen nach Hause gelaufen.



Baschtl, Andy und Camy.



Manolo, Basti und ich.



Olivier sagt "Bon nuit"

Freitag, November 24, 2006

Gestern haben wir ein Hasslumdinner gefeiert, was aber eher zu einem großen Fressen wurde. Nacheinander gab es zwei Salate, einen ersten Hauptgang mit Würstchen, Sauerkraut und Bratkartoffeln, einen zweiten Hauptgang mit Hähnchen (6kg für 20 Personen), Rotkohl und Klößen, dann Kartoffelcratin, dann zwei Apfelkuchen und zum Schluss noch Crêpes. Wir haben stundenlang gefressen was das Zeug hält, bis sich schließlich keiner mehr rühren konnte. Naja, fast keiner... Ties und Camy haben als Verdauungssport eine Korkenschmeißschlacht angefangen und uns träge Mädchen rücksichtslos ausgenutzt. Wir haben uns gerächt und zurück gefeuert.



Ties und Arisa



Jeder sollte ein französisches Hausmädchen wie Camy haben!



Fleißiges Essen.



Mädchen: Cecile, Agnes, Monica, Myra, Neita und ich natürlich.



So viel gegessen... das hält kein Stuhl mehr aus!



Wer hat am meisten gegessen? Myra oder Johannes?

Mittwoch, November 22, 2006

Vorgestern habe ich mit dem Baschtl Plakate für unsere Party gemalt. Denn am 1.12. steigt hier, exklusiv im Hasslum Slum DIE Party des Jahres! Wenn ihr mich noch besuchen wollt, das ist die Gelegenheit dazu!



Samstag, November 18, 2006

Gestern war ich bei Kaizers Orchestra. Die meisten von euch werden jetzt denken: Ach, schon wieder so eine Garagen-Rockband. Falsch, ganz falsch. Denn Kaizers Orchestra ist wie nichts, was man schon kennt. Zum einen haben sie neben der üblichen Ausstattung von einem Sänger, einem Schlagzeug und zwei Gitarren noch einen Kontrabass, eine uralte Pumporgel (ausgestattet mit Omalampe und einem Bild von Martin Luther), zwei Ölfässer und jede Menge Schrott. Klingt ein bisschen wie die Einstürzenden Neubauten, ist aber weit verfehlt. Kaizers Orchestra (übrigens aus Norwegen) spielen eine verrückte Mischung aus Polka, Punk und Rock'n'Roll, ein bisschen düster, aber trotzdem lustig, sexy und vor allem extrem tanzbar. Und noch dazu haben sie den Ruf eine der besten Livebands überhaupt zu sein. Ich musste auf dieses Konzert. Ich musste einfach!
Gestern gegen vier habe ich mich mit der Isi getroffen, damit wir um halb fünf den Zug nach Göteborg nehmen konnten. Der hatte dann aber erstmal eine halbe Stunde Verspätung und hat dann noch eine halbe Stunde Verspätung während der Fahrt aufgebaut, so dass wir erst um sieben, statt um sechs da waren. Gegen die übliche Planung noch kurz einkaufen zu gehen, haben wir uns dann gleich mit Katharina und ihren Freunden getroffen und sind zur Halle gegangen. Wir waren noch recht früh und konnten in Ruhe unsere Sachen an der Gaderobe verstauen und ich hab mir gleich ein T-Shirt besorgt. Und dann wieder dieses ewige Warten. Und in mir brodelte die Unruhe. Um halb eins fährt unser Zug nach Hause... Hoffentlich sind sie vorher fertig...
Um halb zehn geht dann das Licht aus und auf eine mit Nebel überströmte Bühne kommt ein Mann. Die Vorband: Ein Akordeonspieler aus Kanada, der mich ein bisschen an Adam Green erinnert hat. Nicht, weil er so aussah, sondern weil er so viel Unsinn geredet hat. Er war auf jeden Fall sehr lustig mit seinen komischen Polkaliedern.
Danach wieder warten, warten, warten. Das Gasmaskenlogo hat uns von der Wand angegrinst und immer mehr Nebelschwaden sind über uns gekrochen. Und dann kamen sie: Kaizer! Kaizer! Kaizer! Von da an: Einfach hammer! Wahnsinn! Leider war das Publikum etwas lahm. Warum hat denn nur niemand getanzt? Das geht doch nicht!! Für Isi und mich aber die Chance im Laufe des Konzerts bis fast ganz nach vorne zu kommen. Was auch dazu geführt hat, dass ich genau da stand, wo der Gitarrist durchs Publikum gelaufen ist. Die Musik war großartig. Sie haben es geschafft genau wie auf CD zu klingen und aus Ölfässern eine Melodie zu machen ist sowieso unglaublich. Das Set war auch ein guter Mix aus allen CDs, weswegen ich das meiste kannte, obwohl ich die letzte CD (noch) nicht besitze. Leider haben sie "Dod manns tango" und "Di grind" nicht gespielt, das hätte ich gerne noch gehört, aber dafür "Mann mot mann" und "Min kvite russer" und natürlich "Maestro". Damit war ich schon zufrieden. Und als großes Finale dann mein Lied: "Resistansen". Ich bin ein sehr glücklicher Mensch, wenn mein Lieblingslied das Finfallied ist. Die letzten Zeilen war ich so außer Atem, dass ich es nicht mehr geschafft habe mitzusingen. Aber es half nichts. Was muss, das muss. Ich hab sogar die Ansagen halbwegs verstanden. Ich kann leider nicht sagen, ob sie auf Norwegisch oder Schwedisch waren, denn für mich klingt das gleich. Aber er hat recht langsam und ein wenig holprig geredet und öfter ins Englische gewechselt. Das spricht dafür, dass es Schwedisch war.
Dann war's zu Ende. Meine Knie zitterten, meine Hände kribbelten. Wenn das nicht mal Indizien für ein großartiges Konzert sind! Von einer Skala von "öde" bis "Hives" kommen sie schon recht nah an das Hives-Optimum ran. Auf jeden Fall eins der besten Konzerte, die ich gesehen hab. Ich muss sie unbedingt noch mal in Deutschland mit einem besseren Publikum sehen. In diesem Sinner: Vi dansa Ompa till du dor!



Ölfässer, Schrott und Mystik.



Die Isi.



Kaizers Orchestra und Nebel.



Hello Mr. Kaizer!



Wui, der Gitarrist hat mich umgerannt!



Die Kaizers.

Freitag, November 17, 2006

Nach dem Autochaos gestern das International Dinner. Obwohl ich noch recht lange auf die Mexikanerinnen warten musste, waren wir fast als Erste da (kurz vor sechs, so wie es in der Mail des IC stand) und mussten ungefähr fünfzehn Plätze freihalten. Kein Spaß, sag ich euch. So nach und nach trudelten dann die Leute ein und um kurz vor sieben waren dann auch mal die Spanier da, so dass wir um halb acht endlich anfangen konnten. Und bis dahin war ich schon fast verhungert. Und dann wurde geredet und geredet und wir mussten singen... Und dann durfte der Tisch der Spanier auch noch als erstes anfangen zu essen. Gemeinheit!! Ich war erst glücklich, als ich einen riesigen Berg deutsch-schwedisch-französisch-finnisch-holländischem Essen auf meinem Teller hatte und das Magenknurren beruhigt worden war.
Das Programm war gestern leider eher lahm. Obwohl ich finde, dass sich der Baschtl als Toastmaster gut gemacht hat, waren die ersten Aufführungen eher ermüdent. Lag vielleicht am schwedischen Volkstanzverein, der im Durchschnitt etwa hundert Jahre alt war und ungefähr eine halbe Stunde getanzt hat. Die ersten zwei Tänze fand ich sie ja noch niedlich in ihren Trachten und den Geschirrtüchern auf dem Kopf. Aber irgendwann wurde es einfach zu viel. Auch die Theatergruppe der Uni hat etwas zu wünschen übrig gelassen. Vielleicht lag's aber auch daran, dass niemand mehr Lust hatte zuzuhören. Neben netten Aufführungen wie von Ramona und den Schweden haben es dann endlich die Franzosen geschafft die Leute kurzzeitig etwas zu animieren. Und zwar gab es ein Ratespiel über Frankreich (z.B. "Ist es wahr, dass die Franzosen gerne Froschschenkel essen?"). Ich hatte Cami als Tischnachbarn, ich brauchte kein Wissen, ich musste ihn nur fragen, bzw. er hat voller Enthusiasmus alle Antworten vorgesagt. Die Aufführung hat unseren Tisch zumindest kurzzeitig in euphorische "Allez les bleus"-Rufe gestimmt und zumindest Bernd, Isi und ich sind auf Camis und Oliviers Flaggentanz eingegangen. Leider ließ sich sonst niemand dazu überreden, mitzumachen. Was kam dann? Ich weiß es nicht mehr... Vielleicht der Song der Inder, die ich zum ersten Mal gesehen habe, die richtig Spaß dran hatten, auch mal vor die Tür zu gehen und immer am Buffet waren, selbst wenn sie gar nicht dran waren.
Beim Nachtisch habe ich meinen Wackelpudding dann auf dem türkischen Tisch gefunden. Was dazu geführt hat, dass Bernd es nicht als Wackelpudding erkannt hat. Macht nicht's. Ich hab Dan und Gary gefragt, ob das Zeug eigentlich amerikanisch ist und sie meinten ja. Also hatte es auf dem deutschen Tisch auch nichts zu suchen.
Geendet hat das Dinner dann mit einem Auftritt der Spanier, dem aber kaum noch jemand Beachtung geschenkt hat. Wäre sonst vielleicht lustig gewesen.
In der allgemeinen Aufbruchsstimmung haben unsere spanischen Freunde dann mal schnell die spanische Flagge von der Wand geklaut und im Unipark Stierkampf gespielt. Das ging so lange bis eine angepisste Kajsa die Flagge zurück geholt hat. Dann hieß es, alle sollten jetzt ins Xenia ins Basement gehen und da geht die Party dann weiter. Als ich im Basement angekommen bin ("Kommt ihr jetzt?" "Nein, wir müssen noch auf X warten." "Dann holt den doch mal." "Nein, der wartet noch auf Y." "Also ich geh jetzt, wer mitkommen will, soll kommen." Ich hasse diese Warterei.), war da natürlich noch keiner. Aber einer der Spanier (keiner Ahnung, wie der heißt) hat mir versichert, dass in wenigen Minuten eine riesige Party steigen wird. Ich hab also ein paar Minuten gewartet und es kamen zumindest ein paar Leute und wir haben mit etwa fünf Leuten ein bisschen Salsa getanzt. Die Stimmung hat sich aber auch bald wieder gelegt und so bin ich nach Hause gefahren.
War schon ganz lustig alles. Aber irgendwie hat irgendwer immer die Bremse gezogen, wenn es grad angefangen hat, gut zu werden. Leute, so macht man keine Party. Wirklich nicht.



Französisch-deutsch-österreichische Freundschaft: Bernd, Olivier, Cami, Isi und ich.



John und Charlene.



Unser Toastmaster: Der Baschtl.



Isi repräsentiert Österreich mit Stolz und Philip findet's gut



Man findet immer neue Verwendungen für die Tischdeko.



Monica und Titus.

Donnerstag, November 16, 2006

Was für ein verwirrender Tag. Ich glaube, es haben noch nie so viele Leute an meine Tür geklopft wie heute. Und warum klopft es immer, wenn man grad nichts anhat?
Heute war ich Ties' großer Retter. Sein Auto ist kaputt und nachdem die Starthilfe auch nichts genützt hat, musste er sein Auto in die Werkstadt bringen. Eric hat mich dann also angerufen und nach etwa der fünften Wiederholung hab ich dann auch verstanden, dass sie gern mein Auto leihen würden, um zur Werkstadt zu kommen. Ich also die Holländer plus Andy getroffen, noch mal Starthilfe gegeben, mit Eric zur Uni gefahren, ihm meine Autoschlüssel in die Hand gedrückt und zur langsamsten Veranstaltungen bisher gegangen. Dabei die ganze Zeit ein wenig gebangt, ob mein Auto auch heil zurück kommt. Nicht, dass ich Eric nicht vertrauen würde... aber mein Auto... Pünktlich um drei hat er mich dann wieder getroffen und mir mein Auto heil wieder gegeben. Gott sei Dank! Ich bin nach Hause gefahren und hab gleich beschlossen noch mal eine halbe Stunde zu schlafen, bevor ich um fünf Isi fürs International Dinner treffen wollte. Die Mexikanerinnen haben gesagt, man sollte früh da sein. Mit dem Gedanken schon beim kuscheligen Bett klopfte es wieder an der Tür und Ties steht wieder da. Sein Auto sei schon fertig, ob ich es mit ihm abholen wolle. Ich habe in etwa geantwortet: "Will schlafen. Brauchst mich doch nicht dafür. Hier hast du meine Schlüssel." Isi schnell Bescheid gesagt, dass wir uns später treffen sollen. Müde. Zurück gekommen sind die Jungs natürlich als ich gerade unter der Dusche stand. Ich hab nur aus dem Flur rufen hören "Larissa, your car keys!", ich bin dann halbabgetrocknet im Bademantel raus und habe Ties, Eric und Cami getroffen, die sich wohl drauf geeinigt haben, meine Schlüssel einfach an einem geeigneten Ort (auf dem Fußboden neben meiner Tasche) in meinem Zimmer zu platzieren. Nun gut, Jungs eben. Schon okay.
Kurze Zeit später, ich wollte mir grad die Haare machen, klopft es wieder an der Tür. Eine verwirrte Myra (wer es nicht weiß: eine der beiden Mexikanerinnen). Sie fragt, wann ich denn fahren würde und ob sie mit kommen könnten. Kein Problem natürlich, in einer halben Stunde. Das war gegen fünf, ich wiederhole noch mal: Die Mexikanerinnen haben gesagt, dass man früh da sein müsste. So gegen fünf. Wieder fünf Minuten später klopft es abermals. Vor der Tür steht Monica (die andere Mexikanerin) und fragt, wann wir fahren. Ich wiederhole: In einer halben Stunde. Sie sagt, oh gut, Myra hat verwirrtes Zeug geredet und wusste es nicht mehr.
Also noch mal: Gleich International Dinner. Wird sicher gut. Ich hab Wackelpudding gemacht. Kein Aufwand. Ich hoffe, er ist essbar. Ich bin da nicht so von überzeugt.

Sonntag, November 12, 2006

Gestern Abend wurde ich im Xenia mit lautstarker Karnevalsmusik empfangen. "Na großartig", dachte ich und hab einen ziemlich betrunkenen Basti und eine eher nicht sehr aktive Karnevalsrunde angefunden. Ich bin dann in den vierten Stock, hab kurz beim üblichen Trinkspiel der Amis zugeguckt und bin dann schließlich mit Patrick und Michl ins Boulogner gegangen. Da waren wir ja schon eine Weile nicht mehr und alles andere ist viel teurer.
Boulogner war wie immer: Schlechte Musik und extrem freakige Schweden. Wir haben das Beste draus gemacht und einfach ein wenig so getan, als würde uns R'n'B gefallen (in Angesicht der Tatsache, dass uns R'n'B immerhin besser gefällt als Techno, ist es nicht mal soooo weit hergeholt). Wir haben die Liste der DJane mit Musikwünschen vollgeschrieben, bis sie irgendwann zu Patrick gesagt hat, dass sie keinen Rock spielen wird. Schande!!!
Die Schweden waren gestern mal wieder übelst betrunken. Mir wurde berichtet, dass sogar die Polizei da war, um eine Schwedin von der Tanzfläche zu ziehen. Ich hatte eine sehr seltsame Begegnung mit einer Schwedin auf der Toilette:
Ich wasch mir grad die Hände, Schwedin kommt rein, schwallt mich auf Schwedisch zu.
Ich: "Sorry?"
Sie: "Can you hold my drink?"
Ich bin ja nett, halte also ihr Getränk während sie auf dem Klo ist.
Sie kommt raus, zieht ihr Kleid bis zum Bauchnabel hoch und rückt ihre Strumpfhose zurecht, guckt mich mit glasigem Blick an und schwallt wieder auf Schwedisch:
Ich: "(Meine Fresse, du hast doch eben schon festgestellt, dass ich kein Schwedisch kann) Sorry?"
Sie, zeigt auf mein Hives-T-Shirt: "Do you know what that is?"
Ich: "(Nein, ich ziehe einfach nur so Bandshirts an, weil ich mich cool finde... natürlich weiß ich das!!) Ehm, a Swedish band."
Sie: "My girlfriend is married to one of the band."
Ich: "(Girlfriend, soso, natürlich, alles klar) Okay."
Sie: "To Mikael, he plays the bass."
Ich: "(Vielleicht sagst du die Wahrheit, wohl eher nicht, ist mir auch egal.) Okay."

Später habe ich die Leute von Complex-TV getroffen. Bisher fast die einzigen richtig netten Schweden, wenn man mal von den IC-Leuten absieht, die auch irgendwie nur Exchangestudents als Freunde zu haben scheinen (wen wundert's?). Auf jeden Fall waren sogar die ordentlich betrunken gestern, so dass ich leider nur die Hälfte verstanden habe, was Jenny mir erzählt hat. Macht nicht's. War trotzdem lustig. Ich hab mit Jenny und dem Typ, dessen Namen ich nie verstehe, dann noch leidenschaftlich zum Rausschmeißlied (Wicked Games von Chris de Burgh) getanzt, dann noch draußen kurz mit denen unterhalten und dann bin ich nach Hause gegangen. War eigentlich ganz lustig. Man lernt, es mit Humor zu nehmen.



Nach zehn Stunden Karneval: Basti



Wir machen das Beste draus: Patrick im Boulogner

Samstag, November 11, 2006

Gestern Abend wollte ich mit Maike und Isi zur Kulturnacht im Stadthaus, Bilbiothek, Kino, was auch immer. Statt den Mädels hab ich da die Jungs getroffen und hab mich denen angeschlossen, woraufhin wir zurück zum Xenia gelaufen sind, um da vorzutrinken (die anderen, ich hatte keine Lust, gell). Später sind wir dann mit einer kleinen Gruppe (sechs Jungs und ich) in die Stadt gelaufen ins Vatra. Dabei hat Dan sein Deutsch zum Besten gegeben, dass die anderen Jungs ihm in Helsinki beigebracht haben. Er klang ein wenig, als hätte er das Tourettsyndrom ("Du Fuutze!" "Nutte!").
Das Vatra war natürlich wieder ziemlich mies. Aber das ist es ja immer und es kostet wenigstens nicht so viel Eintritt. Ich hab den Abend damit verbracht mit Patrick über die Musik und die Leute zu lästern und von den Parties zu Hause zu schwärmen. Was bin ich froh, endlich wieder Gitarrenmusik beim Weggehen zu hören!



Mein Lieblingsfoto des Abends: Dan sieht aus wie ein Psycho (Tourettsyndrom...) und Maike ist seine Pflegerin



Dann halt eine Flasche Jägermeister als Medizin...



Der Patrick und der Dan

Dann, an dieser Stelle mal wieder Platz zum Aufregen:

1. Die Post
Meine Mutter hat mir ein Päckchen geschickt, das eigentlich schon da sein sollte, bevor ich nach Stockholm gefahren bin. Als ich wieder kam, war es immer noch nicht da. Also bin ich letzten Montag zur Post gelaufen und hab gefragt, wo denn meine Post abgeblieben sei und - oh Wunder - da lag sie natürlich. Montag Abend bekomme ich dann eine Nachricht aus dem Xenia, dass da schon seit Tagen eine Paketbenachrichtigung für mich lieg. Dienstagmorgen hatte ich dann eine in meinem Briefkasten, von dem Päckchen, was ich Montag abgeholt habe. Ich bin dann wieder zur Post und habe mich beschwert, dass die Hälfte meiner Post im Xenia landet (Anm. das Xenia ist ungefähr zehn bis fünfzehn Minuten zu Fuß von hier entfernt) und sie doch bitte meine Post auch an meine Adresse senden sollen. Sie haben mir dann versichert, dass sie jetzt wissen, wo ich wohne (ach, das steht schließlich auch in der Adresse auf der Post...) und ich solle jetzt jeden Tag meinen Briefkasten checken, weil ich jeden Tag Post bekommen könnte. Gestern Abend hat dann meine Mitbewohnerin bei mir geklopft und mir eine Paktbenachrichtigung in die Hand gedrückt, die sie mal wieder im Xenia für mich gefunden hat. What's wrong with the Swedish post?

2. Die Uni
Weil uns ja sowieso konstant langweilig ist auf Grund von mangelnden Kursen und ich auch ordentlich Schwedisch lernen möchte (meine Kurse waren bisher nicht so der hammer), habe ich beschlossen auf jeden Fall noch Schwedisch 3 zu machen. Bei einem Gespräch mit meinem Mitbewohner, der in der Fortgeschrittenengruppe ist, stellte sich allerdings heraus, dass der Schwedisch 3-Kurs einfach der gleiche Kurs wie seiner ist. Klang schon mal nach Stress. Ich bin gestern zur Uni gelaufen und hab unterwegs die Polinnen getroffen, die Skandinavistik studieren und deswegen natürlich in dem höheren Kurs sind. Ich hab denen die Problematik geschildert und sie meinten, ich solle einfach mal mitkommen, sie würden jetzt eh zu ihrer Lehrerin gehen. Dort habe ich erklärt, dass ich den Folgekurs machen möchte und man hat mir erklärt (auf Schwedisch und ich habs halbwegs verstanden, wuhu!), dass dieser Kurs auf einem sehr hohen Niveau ist und ich vermutlich nichts verstehen werde, mich aber trotzdem dabei setzen kann. Ich dachte mir: Okay, nicht gerade toll, aber besser als gar nichts. Ich bin also mit in den Kurs, wo natürlich nach ein paar Minuten noch weitere Leute aufgetaucht sind, die Schwedisch 3 machen wollen, u.a. Nicky und Gary, die den Superschwedischkurs gewählt haben, der auf jeden Fall Schwedisch 3 beinhaltet (Anm. Maike und ich wollten diesen Kurs auch machen, aber wir durften nicht...). Die Lehrerin war also erstaunt und hat uns erklärt, dass der normale Kurs gecancelt wurde, weil man ja jetzt den Extrakurs für die Polinnen hätte, aber wir sollten doch mal mit der Schwedischchefin reden. Wir also zu deren Büro. Sie war nicht da. Mittlerweile wutentbrannt, sind wir dann zum Büro der Exchangechefin, bei der wir uns beschwert haben, dass es unseren Kurs nicht gibt, obwohl uns das doch versprochen wurde, dass die einen was machen dürfen, was die anderen verboten bekommen haben und überhaupt, was ist das denn hier für eine Scheiße?! Frau Chefin war entsetzt und meinte, dass es absolut nicht in Frage käme, dass der Kurs gestrichen wird und sie wüsste davon auch nichts. Also wird sie sich drum kümmern und uns Bescheid geben. Wir sind gespannt.

Dienstag, November 07, 2006

Nachdem wir Freitag aus Stockholm zurück gekehrt sind, war ich noch im Xenia auf der Party, die die Spanier organisiert haben. War eine nette Party, aber leider war ich müde und deswegen nicht so recht zu begeistern. Trotzdem ein paar Fotos:



Myra und ich



Micha und Nick



Philip trinkt kultiviert...



Myra und Nick

Montag, November 06, 2006

Obwohl ich mich normalerweise frage, was der riesige Phallus vor meinem Fenster wohl mit meiner Psyche macht, kann ich sagen, dass die Aussicht im Sonnenuntergang doch ganz nett ist:



(dieses Foto wurde etwa gegen 16 Uhr aufgenommen...)

Ansonsten habe ich folgende Lebensweisheiten anzubieten: Tortillachipshackfleisch ist ein wunderbares Fast Food (Hackfleisch mit Lieblinszutaten (z.B. Mais, Feta und Créme Fraiche) anbraten und das Ganze über eine handvoll Tortillachips schütten). Ungesund, aber lecker!
Außerdem kann ich sagen, dass extrem niedliche Plattencover nicht unbedingt ein Indiz auf eine gute CD sind.

Freitag, November 03, 2006

Montag sind wir zur Reise aufgebrochen. Erst Riga mit der Fähre und danach Stockholm stand auf dem Plan. Also sind wir mit dem Zug in die schöne schwedische Hauptstadt gefahren, haben uns doch mit unseren Rostockern Kollegen getroffen und sind zum Frihamn gefahren. Auf den letzten Drücker natürlich, aber gerade noch rechtzeitig geschafft... um festzustellen, dass unsere Buchungen alle gelöscht wurden. Großes Entsetzen, aber die freundlichen Damen am Schalter haben uns trotzdem mitfahren lassen. Wir sind also auf unser schönes neues zu Hause für die nächsten zwei Tage, die MS Regina Baltica und sind bald los geschippert Richtung Lettland. Die ersten Stunden haben wir mit der Erkundung der Fähre verbracht: Pub, Disco, Cafeteria, Parfumladen und Alkoholstore. Die restlichen Stunden mit extremer Übelkeit. Ich glaube, mir war lange nicht mehr so schlecht.



Unsere Kabine. Die ganze.

Dienstag Morgen. Endlich. Riga! Als wir das Schiff verlassen durften haben wir in erster Linie eins fest gestellt: Es ist scheißkalt. Macht nichts. Da müssen wir jetzt durch. Als erstes sind wir in ein urgemütliches kleines Lokal gegangen, wo wir uns für wenig Geld die Bäuche voll geschlagen haben (zumindest so weit es die Rest Übelkeit der letzten Nacht zugelassen hat). Dann los durch die schönen Straßen von Riga. Alles in allem kann man nicht viel sagen. Die Stadt ist wohl ziemlich schön, soweit wir das im Regen und den drei Stunden, die wir hatten, feststellen konnten. Immerhin konnten wir endlich wieder billig Make up kaufen. Ein Segen!
Abends haben wir versucht der Übelkeit zu umgehen und ein wenig Spaß zu haben. Wir sind also in die Borddisco gegangen. Lasst euch sagen: Tanzen bei Seegang ist zwar sehr amüsant, aber nicht unbedingt nützlich, wenn man seekrank wird. Also haben wir uns kurze Zeit später Tabletten eingeschmissen und schlafen gelegt.



Unsere Fähre. Sieht vertrauenswürdig aus, nicht?



Zwei Gesichter von Riga.



Osteuropäische Kunst.



Durch die Grenzkontrolle gekommen. Freude!

Mittwoch Morgen haben wir bei einem Blick aus dem Schiffsfenster festgestellt, dass es schneit. Juhu. Nachdem wir dann wieder in Stockholm angelegt haben, sind Maike und ich so schnell wie möglich vom Schiff geflüchtet und mit dem Bus in die Innenstadt gefahren. Wir haben ziemlich schnell unser Hostell gefunden und sind gleich los um die Einkaufsstraßen unsicher zu machen. Stockholm hat eine ziemlich schöne Einkaufsstraße mit zig H&Ms (teilweise sogar recht außergewöhnliche). Am Ende sind wir aber fast nur noch in Geschäfte gegangen um dem eiskalten Wind zu entgehen und für eine Sekunde wieder aufzutauen. Einkaufen im Schneesturm macht nur halb so viel Spaß. Gekauft habe ich mir dann passend einen dicken Pullover und Beinwärmer. Dicke Stiefel hätte ich noch gebrauchen können, da ich nicht mit Schnee gerechnet habe und demnach nur Turnschuhe mit hatte.
Zurück im Hostell haben wir dann Martin aus Deutschland und unsere Zimmermitbewohner Michael, Nadja und Luke aus Australien kennen gelernt. Nach einem kurzen gemeinsamen Vortrinken (illegal, weil jeglicher Alkoholkonsum im Hostell verboten war), sind Maike und ich zusammen mit Michael und Martin in die Altstat gelaufen. Das Ganze war eher abenteuerlich, weil die Stadt total eingeschneit war und die Schweden von Salzstreuen zwecks Enteisung nicht zu kennen scheinen. Die Bar, in der wir gelandet sind, war demnach auch eher leer, aber gemütlich. Dort wurde gute Musik gespielt. Erstaunlich, aber wahr!



Michael lutscht gerade seinen ersten Eiszapfen.



Maike beim illegalen Vorglühen.



Eingeschneites Stockholm

Vom Sonnenschein geweckt war es dann gestern gar nicht so schwer auf die Beine zu kommen. Gleich nach dem Frühstück sind wir dann los zum Sightseeing und haben uns alle Hotspots der Stadt angesehen, die wir zu Fuß erreichen konnten: Den Königspalast, den Reichstag, die Oper, zig Kirchen und die Altstadt. Alles sehr hübsch, ihr müsst euch das mal ansehen. Als wir dann doch das Gefühl hatten zu erfrieren sind wir ins Nationalmuseum geflohen. Der Eintritt ist umsonst und damit schon gleich empfehlenswert. Am Eingang lag eine Liste, wo man sich bei näherem Interesse am Museum eintragen konnten. Der Eintrag einer Person namens P. Almqvist hat meine Aufmerksamkeit (einen Puls bei 180 und Gedanken á la "ohgottohgottohgott") auf sich gezogen. Leider hat sich kein Beweis gefunden, dass das P. wirklich für Pelle stand.
Am Abend wollten wir einen Film im Hostell schauen, der sich aber als eher langweilig/irritierend heraus gestellt hat. Von draußen vor dem Fenster erklangen Salsatöne, die mein Interesse geweckt haben und zusammen mit Nadja und Luke bin ich dem nach gegangen. In der Bar an der Ecke haben wir dann eine livespielende Salsaband entdeckt. Wir, sowie Maike, die noch nachkam, waren so gut wie das einzige Publikum, aber es war sehr nett.



Stockholm von oben.



Und die Sonne scheint!



Das bestimmt schönste Café Stockholms



Nochmal das schönste Café Stockholms

Den letzten Tag haben wir heute relaxt angehen lassen und sind nur ein bisschen durch die Stadt geschlendert um noch diese oder jene Sehenswürdigkeit im Sonnenschein zu fotografieren. Danach sind wir ins Dansmuseet, das ein großartigen Museumsshop hat und wir uns erstmal neue Poster gekauft haben. Mein kleines Wohnheimzimmer sieht schon viel persönlicher aus jetzt. Danach waren wir im Medeltidsmuseum, das Stockholm im Mittelalter zeigt. Das Museum ist unter einer Brücke, ziemlich kinderfreundlich bunt und damit schon ganz lustig. Unseren ursprünglichen Plan noch in den Königspalast zu gehen haben wir gecancelt und sind stattdessen nur da auch noch in den Museumsshop. Die meterlange Schlange an den Kassen hat uns Recht gegeben, dass wir die Besichtigung abgeblasen haben. Dann noch schnell auf einen Tee zurück zum Hostell und dann um drei ging schon unser Zug zurück nach Skövde.



Maike und das obligatorische Krönchen. Eine Gemeinsamkeit mit Siegen. Vermutlich die Einzige.